Datenübermittlung nach China: Diese Küchengeräte belauschen eure Gespräche
13. November 2024 um 08:28 Uhr
Gerrit Gerbig
Smarte Haushaltsgeräte können euch viel Arbeit abnehmen, sammeln aber auch viele Daten. Verbraucherschützer warnen nun, dass einige Küchenhelfer euch abhören.

Ein Smart Home ( https://www.netzwelt.de/smarthome/index.html ) kann den Alltag ungemein erleichtern. Der Saugroboter ( https://www.netzwelt.de/staubsaugerroboter/index.html ) putzt während eurer Abwesenheit, dank des smarten Türschlosses ( https://www.netzwelt.de/vergleich/smarte-tuerschloesser-5-smart-locks-vergleich.html ) braucht ihr keinen Schlüssel mehr und in der Küche hilft euch die Küchenmaschine dabei, schmackhafte Gerichte zu zaubern. Bei all dem Komfort, bleibt allerdings der Datenschutz zu oft auf der Strecke.
Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? ( https://www.which.co.uk/ )
hat deshalb verschiedene smarte Geräte auf mögliche Datenschutzrisiken überprüft. Wenig überraschend, sammeln Smart-TVs, Smartwatches und smarte Lautsprecher übermäßig viele Daten über euch und verarbeiten diese. Weitaus interessanter ist, dass selbst Heißluftfritteusen euren Gesprächen in der Küche lauschen.
Betroffen sind Airfryer von den Herstellern Xiaomi, Aigostar und Cosori. Die Apps der getesteten Geräte fragen euren Standort ab und bitten um die Erlaubnis, Audioaufnahmen auf eurem Smartphone zu erstellen. Diese Datenerfassung geht weit darüber hinaus, was für die Funktionalität der Produkte erforderlich ist.
In einer Pressemitteilung ( https://www.which.co.uk/policy-and-insight/article/why-is-my-air-fryer-spying-on-me-which-reveals-the-smart-devices-gathering-your-data-and-where-they-send-it-a9Fa24K6gY1c ) gab Which? zudem an, dass die App der Xiaomi-Fritteuse sich je nach Standort mit den Werbenetzwerken von Facebook, TikTok und Tencent verbindet. Bei der Einrichtung der Aigostar-Fritteuse werden persönliche Daten wie Geschlecht und das Geburtsdatum abgefragt. Diese Angaben sind immerhin optional.
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Betrugswarnung
Laut den Verbraucherschützern senden die Xiaomi- und Aigostar-Geräte die personenbezogenen Daten an Server in China. Das sei auch Datenschutzbestimmungen angegeben, die natürlich kaum jemand liest.
Reaktion auf Datenschutzprobleme
Which gab den Herstellern die Möglichkeit, sich in einer Stellungnahme zu erklären. Aigostar reagierte nicht. Cosori gab an, dass der Datenschutz für das Unternehmen eine hohe Priorität habe. Es sei jedoch nicht möglich, ohne spezifische Prüfberichte von den Verbraucherschützern, weitere Kommentare abzugeben.
Xiaomi ( https://www.netzwelt.de/hersteller/xiaomi-tech.html ) liefert eine ausführlichere Erklärung ab und gab darin an, dass die Achtung der Privatsphäre der Benutzer schon immer zu den Grundwerten des Unternehmens gehöre. Transparenz, Verantwortlichkeit, Benutzerkontrolle, Sicherheit und Rechtskonformität seien besonders wichtig. Xiaomi würde sich an die örtlich geltenden Datenschutzgesetze halten und keine Daten an Dritte verkaufen.
Bestimmte Funktionen seien nur in ausgewählten globalen Märkten wie China aktiv. Die Erlaubnis zur Audioaufzeichnung in der Xiaomi Home-App gelte zudem nicht für die Xiaomi Smart Air Fryer. Ob ihr die Hersteller beim Wort nehmt, bleibt euch überlassen. Auf der sicheren Seite bleibt ihr, wenn ihr eine Heißluftfritteuse ohne App verwendet.
https://www.netzwelt.de/news/235924-verbraucherschutz-warnt-kuechengeraete-belauschen-euch.html