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Donald Trump fordert "Besitz und Kontrolle" von Grönland durch die USA
Schon 2019 wollte der damalige US-Präsident die dänische Insel kaufen. Damals hat sich Trump eine brüske Absage eingefangen. Und auch dieses Mal sind die Dänen empört.
Aktualisiert am 23. Dezember 2024, 12:14 Uhr
Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, jko
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Nicht erst seit Donald Trump wollen die USA Grönland kontrollieren. Der designierte US-Präsident erneuerte diese Forderung bei der Ernennung des neuen US-Botschafters in Dänemark. © Sean Gallup/Getty Images
Donald Trumps Forderung nach US-amerikanischer Kontrolle über Grönland hat zu Empörung in Dänemark geführt. "Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht, dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind", schrieb der designierte US-Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social.
Es sei "völlig inakzeptabel, dass ein sogenannter Verbündeter mit Drohungen einhergeht, die Kontrolle über unser Territorium zu übernehmen", schrieb daraufhin der konservative dänische Politiker Rasmus Jarlov auf X. Auch Abgeordnete der Insel, die sich autonom verwaltet, wiesen die Forderung Trumps der dänischen Tageszeitung Berlingske zufolge sofort zurück.
Nicht Trumps erster Versuch
Schon 2019 hatte Trump den Dänen angeboten, die Insel zu kaufen, war jedoch bereits damals auf heftige Ablehnung gestoßen. "Grönland steht nicht zum Verkauf. Grönland ist nicht Dänisch. Grönland gehört Grönland", sagte die dänische Premierministerin Mette Frederiksen damals.
Nach der US-Präsidentschaftswahl teilte der republikanische Kongressabgeordnete Mike Collins auf X eine Karte der Vereinigten Staaten, die Grönland als amerikanisches Territorium umfasste und nannte dies "Project 2029".
Das Wall Street Journal schreibt, dass der neue Präsident während der Vorbereitungen auf seine Rückkehr ins Weiße Haus "offen und provokativ über die territoriale Expansion der USA diskutiert". Nachfragen des US-Nachrichtenportals Axios, was genau Trump vorhabe, beantworteten Vertreter des designierten US-Präsidenten nicht.
Im gleichen Post gab Trump seinen neuen Botschafter für Dänemark bekannt. Ken Howery ist Mitgründer des US-Zahlungsdienstleisters Paypal und war während Trumps erster Amtszeit Botschafter in Schweden. "Ken wird eine wunderbare Arbeit leisten, um die Interessen der Vereinigten Staaten zu vertreten", schrieb Trump.
Dänisch, aber autonom
Grönland wurde 1721 von Dänemark-Norwegen kolonisiert und blieb bis 1814 unter dänischer Kontrolle. Heute ist es ein autonomer Teil Dänemarks.
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